Bilder erzählen von Leid und Hoffnung |
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| So manche Geschichte bekam Piero Gradino erzählt von Leuten, die gastlich bei ihm im Restaurant Mamma Rosa am Theater an der Ruhr in Mülheim einkehrten: Fröhliche Geschichten zum Schmunzeln und Lachen, zum Staunen. Die "anderen" Geschichten aber - die traurigen von enttäuschter Liebe, von Trennung, Abschiedsschmerz und innerer Einsamkeit - die erzählen die Leute nicht. Die liest Piero in ihren Gesichtern. Und später, allein mit sich in seinem Atelier, beginnt er, Antwort zu geben auf die Trauer, die die Herzen der Menschen umpanzert: Er malt ihnen Bilder.
Wie das ist, wenn mit dem geliebten "Du" des Anderen auch ein Teil des eigenen Ich fortgegangen ist und nichts zurückbleibt als schmerzende Erinnerung, davon sprechen die schlanken, jedweder Individualität oder Körperlichkeit baren menschlichen Silhouetten, die Piero Gradino vor blutrotem, ocker-, umbra- und crémefarbenen Hintergrund auf Holz gesetzt hat. Grobes Holz, dessen scharfe Risse und kantigen Schnitte die inneren Verletzungen dieser in sich erstarrten, verlorenen Figuren wiederzuspiegeln scheinen. Zug um Zug im Verlauf dieser mehrteiligen Bilderserie entäußern sich diese ohnehin kaum körperhaften Gestalten ihrer letzten Stofflicheit, verblassen die Farbenin zärtlich anmutender Transparenz mehr und mehr zu Schatten ihrer selbst - sie wie ja auch Schmerz Zug um Zug nachläßt, um sich am Ende aufzulösen in die Leere innerer Erschöpfung. "Wer niemals geliebt hat, vermag auch den Verlust nicht zu erkennen", sagt Piero Gradino: "Verlust aber heißt - Erinnerung; heißt traurig sein über das Du, das nicht mehr da ist". Mit seinen großformatigen Arbeiten - es sind 12 dieser Art, die er in letzter Zeit gemalt hat - möchte der Künstler Piero Gradino den Menschen auf eine Art eine Geschichte erzählen: eine, die alle Menschen angeht und deren Bildersprache keiner Worte bedarf. Eine Geschichte, die so tröstlich und hoffnungsvoll endet wie das letzte Bild von Gradinos Serie: Es zeigt eine helle, leere, von diffusen Schemen vibrierende Fläche, die sich - offen und bereit für alles, was immer die Phantasie des Betrachters auf ihr erblicken mag - seinen forschen Augen darbietet. |
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| Mail an Piero Gradino |